Infektionsgefahr: Teilzeitstreuner

Mikrosporie durch Hauskatze

© Evdoha / AdobeStock

Autor: Dr. med. Viktor Czaika, Facharzt für Innere Medizin, Facharzt für Dermatologie und Venerologie

Diagnose:

Mikrosporie: Tinea corporis

 

Anamnese:

17-jähriges Mädchen mit seit zwei Wochen rasch progredienten kreisförmigen feinschuppenden Hautveränderungen am Rumpf und an den Extremitäten. Die Patientin ist Besitzerin einer gelegentlich streunenden Hauskatze.

Abb. 1a, b: Infektion an Schulter © Almirall Hermal GmbH

An der linken Schulter, dem linken Unterarm und am rechten Unterschenkel finden sich solitäre runde erythrosqamöse Plaques mit zentraler Atrophie und deutlicher Randbetonung (Abb. 1a, b). Die zum nächsten Termin mitgebrachte Katze zeigt ein unversehrtes Fell (Abb. 2).

Abb. 2: Hauskatze als Überträger © Almirall Hermal GmbH

Mikrobiologie:

Hautspäne Schulter und Unterarm: Mikroskopie

KOH-Nativpräparat: Fadenpilze positiv.

Kultur auf Kimmig-Agar: Microsporum canis (Reinkultur in Abb. 3).

Kultur Katzenhaar: Microsporum canis.

Abb. 3: Microsporum canis (Reinkultur) © Almirall Hermal GmbH

Therapie:

Im Ergebnis der mykologischen Diagnostik konnte der Nachweis einer von der Katze auf den Menschen übertragenen Infektion mit Microsporum canis erbracht werden. Typisch für diese zoophile Dermatophytose ist eine hohe Kontagiosität mit einer sich rasch über das gesamte Integument verstreuenden Verteilung. Daher ist bis auf wenige Ausnahmen zur kombinierten lokalen und systemischen Therapie zu raten.

In vorliegendem Fall wurde mit Terbinafin über drei Wochen therapiert, wegen der für zoophile Dermatophytosen charakteristischen entzündlichen Komponente kam lokal Decoderm® tri Creme zur Anwendung (zum Pflichttext aller genannten Präparate). Die antimykotische Lokalbehandlung ist nicht nur für die Behandlung des betroffenen Patienten sondern auch zur Prävention vor Fremdinokulation wichtig.

Die Katze wurde ebenfalls systemisch antimykotisch therapiert. Die Beendigung der Therapie setzt wie bei allen zoophilen Dermatophytosen den Nachweis der  mikrobiologischen Heilung durch die negative Kontrollkultur voraus.

Literatursiehe PDF

Pflichttextesiehe „Pflichttexte“ für alle genannten Präparate

Weitere Informationen finden Sie im Heft „Zoophile Mykosen – Fälle aus der Praxis“

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