Falkvoll, S., et al. (2019). „Switch of psoriasis therapy from a fumaric acid ester mixture to dimethyl fumarate monotherapy: Results of a prospective study.“ J Dtsch Dermatol Ges.

SWITCH Studie: Falkvoll S., Mrowietz U. et al „Umstellung der Psoriasis-Therapie von einem Fumarsäureestergemisch (Fumaderm) auf ein Dimethyl-Monopräparat (Skilarence)“ (2019)

  

Fragestellung:
Umstellung von einer bestehenden Psoriasis-Therapie unter dem Fumarsäureestergemisch (Fumaderm®) auf das Dimethylfumarat-Monopräparat (Skilarence®)

Design:
Prospektive, monozentrische nicht-interventionelle Studie, durchgeführt vom Universitätsklinikum Kiel (S. Falkvoll, S. Gerdes, U. Mrowietz, JDDG, 2019) Eingeschlossen wurden Patienten mit bestehender Fumarat-Therapie sowie dokumentiertem klinischen Therapieansprechen und bekannter Fumarat-Verträglichkeit.  Die Umstellung der Therapie erfolgte dosisäquivalent ohne Auswaschphase oder Dosisanpassung.

Ergebnisse:
40 Patienten (24 m, 16 w), im Durchschnitt 46 Jahre alt, wurden in die Studie eingeschlossen. Die Fumarsäureesterdosis lag bei den meisten Patienten zwischen 120 und 480 mg in der Erhaltungstherapie. Die Therapiedauer mit Fumaraten betrug bei den meisten Patienten zwischen einem und 5 Jahren.

Die Patienten bewerteten das Gesamt-Ergebnis der Umstellung überwiegend als positiv oder neutral (jeweils 45 %). Nur 4 der 40 Patienten kamen zu einem negativen Gesamturteil.

Der PASI Wert blieb bei dem Großteil der Patienten unverändert oder besserte sich leicht (91,9 % = 34 von 37 Patienten). Eine Abnahme der Wirkantwort wurde nur bei 3 von 37 Patienten beobachtet. (Bei 3 der eingeschlossenen 40 Patienten lag kein PASI-Wert vor).

Der Hautzustand veränderte sich nach der Umstellung auch aus Patientensicht im Mittel nicht: 67,5 % (27 von 40 Patienten) gaben an, dass der Hautzustand unverändert ist, 17,5 % gaben eine Verbesserung, 6 von 40 Patienten gaben eine Verschlechterung des Hautzustandes an. Die Verträglichkeit wurde von den Patienten in 28 von 40 Fällen (70 %) nach dem SWITCH als unverändert, von 8 Patienten (20 %) als besser und von 4 Patienten als schlechter bewertet. Ähnliche Ergebnisse liegen für die Bewertung der einzelnen Nebenwirkungs-Kategorien Flush und GI-Verträglichkeit vor.

Zusammenfassung:
Zusammenfassend hat die Studie gezeigt, dass eine direkte Umstellung auf Skilarence® bei unveränderter Dosis und ohne Unterbrechung möglich ist.

Die klinische Wirksamkeit und Verträglichkeit der Therapie vor und nach dem SWITCH wurde als vergleichbar beurteilt. Die Mehrzahl der Patienten beurteilt den SWITCH als positiv (45 %) oder neutral (45 %). Die Autoren vermuten, dass dieses auf die längeren Laborkontrollintervalle unter DMF * zurückzuführen ist.


* Während der Behandlung ist alle 3 Monate ein großes Blutbild mit Differentialblutbild zu erstellen. Wenn die Lymphozytenzahl auf < 1.000 Zellen / Mikroliter fallt, aber ≥ 700 Zellen/Mikroliter ist, sollten die Blutwerte monatlich kontrolliert werden. Wenn die Lymphozytenzahl auf unter 700 Zellen/Mikroliter fällt, muss die Blutuntersuchung wiederholt werden. Wenn sich dabei bestätigt, dass der Wert unter 700 Zellen/Mikroliter liegt, muss die Behandlung sofort abgebrochen werden.

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